Mittelstand von heute plus Startups = Mittelstand von morgen
Gemeinsam mit Mentor Nr. 1 Mark Miller und dem Initiator des Mentorings Heinz-Paul Bonn

Mittelstand von heute plus Startups = Mittelstand von morgen

High-Noon auf der CeBIT: bei einem Round-Table treffen IT-Mittelständler auf Startup-Gründer. Ziel ist der Brückenbau zwischen beiden Welten. 90 Minuten später scheint der Graben noch breiter und tiefer als jemals zuvor. Einer der Mittelständler, Hardware-Produzent mit 50 Mitarbeitern, nutzt die Veranstaltung, um den Gründern – eingepackt in Polemik und Beleidigungen – einmal alle Vorurteile vor die Füße zu werfen, die man zu Startups haben kann. Die Gründer reagieren gelassen. Sie sind zu der Veranstaltung gekommen, um Partner zu finden. Sie wenden sich schnell den konstruktiven und interessierten Mittelständlern zu. Jenen Mittelständlern am Tisch, die ihnen auf Augenhöhe begegnen. „Die beiden wichtigsten Zutaten der Arroganz sind Unsicherheit und Erfolg“ hat Thomas Promny einmal gesagt. Möglicherweise überwiegt bei besagtem Hardware-Produzenten aktuell noch der Erfolg. Ob das so bleibt? Es gibt gute Gründe für den Mittelstand, sich mit Startups auseinanderzusetzen.

Laut einer neuen Studie der KFW-Bank ist der deutsche Mittelstand überaltert: das Durchschnittsalter mittelständischer Unternehmensgründer liegt aktuell bei 51 Jahren. Nur noch 12% der Unternehmer im Mittelstand sind unter 40 Jahre alt, 2002 waren es noch fast 30%. Dass die deutschen Mittelständler immer älter werden, wäre kein Problem, wenn die Studie nicht noch ein zweites Ergebnis zu Tage fördern würde: je älter ein Gründer, umso weniger investiert er in die Zukunft seines Unternehmens. Bei 78% der Mittelständler mit älteren Inhabern sind die Neuinvestitionen geringer als der Wertverlust des Kapitalstocks. Auch die Innovationsfähigkeit des deutschen Mittelstands lässt im dritten Jahr in Folge nach. Laut dem KFW-Innovationsbericht Mittelstand investierten lediglich 28 % der kleinen und mittleren Firmen zuletzt noch in innovative Produkte oder Prozesse. Sogar in den stark von der Finanzkrise beeinflussten Jahren 2007–2009 war der Anteil mittelständischer Innovatoren höher. Dem Mittelstand fehlt die Zukunftsvision: er investiert nicht und er erneuert nicht. Dessen ungeachtet schreitet die Digitalisierung unaufhörlich voran.

Auf der anderen Seite stehen die jungen, innovativen Startups – die Zukunft ist ihr Geschäft. Sie sprühen vor Ideen und sind in den digitalen Gefilden heimisch – doch auch sie leiden Mangel. Laut dem vom Startup-Verband herausgegebenen Deutschen Startup Monitor werden Startups meist nach dem Studium gegründet – das bedeutet: die Gründer sind zwar mutig, jedoch auch besonders jung und unerfahren. Es mangelt ihnen an Erfahrung und in den allermeisten Fällen an Kapital, an Kunden und Investoren.

So gegensätzlich die beiden Welten Mittelstand und Startup-Szene auf den ersten Blick erscheinen, so perfekt ergänzen sie sich auf den zweiten.

Aus dieser Erkenntnis wurde die Initiative “Mittelstand von heute plus Startups = Mittelstand von morgen” des Startup-Verbandes geboren, mit dem deutschlandweit ersten Mentoring-Programm zwischen Startups und Mittelstandsgründern: dem MENTORING.

“Mittelstand von heute plus Startups = Mittelstand von morgen“

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Auf der CeBIT wurde der MENTORING offiziell vorgestellt. Der kanadische Unternehmer Mark Miller, CEO der Volaris Group, erklärte sein Engagement für die Initiative und stellte sich als erster Mentor des neuen Programms zur Verfügung. Seine Motivation: “Mittelstand und Industrie stehen vor der existenziellen Herausforderung, die digitale Transformation zu meistern. Dabei sind sie nur eingeschränkt in der Lage, disruptive Innovationen aus der eigenen Organisation heraus zu entwickeln. Für mich als Unternehmer sind junge Gründerinnen und Gründer deshalb wertvolle Sparringpartner.” Der Initiator des MENTORINGS, Heinz-Paul Bonn, selbst mittelständischer Unternehmer, folgt einem klaren Motto: “Nichts macht erfolgreicher, als andere erfolgreich zu machen.”

“Nichts macht erfolgreicher, als andere erfolgreich zu machen.“

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Der Startup-Verband wird die Koordination zwischen Mentoren und Mentees übernehmen und interessierte Gründer und Gründerinnen an Mentoren und Mentorinnen vermitteln. Mentoren bietet der Verband Zugang zu einer schnell wachsenden Zahl von mehr als 1000 Startup-Unternehmern in aktuell 400 jungen Technologieunternehmen. Die Unternehmen agieren dabei in allen Wachstumsbranchen, darunter SaaS & Cloud ebenso wie Future Mobility, Energy und Digital Health.

Weitere Impulse der Mittelstandsinitiative sind die neue Startup Halle der CeBIT „SCALE 11“ und der „Mittelstand von morgen“ Family Day. Im Rahmen der SCALE 11 entstand erstmalig das neue Startup-Ökosystem der CeBIT. In der Halle hatten innovative Startups die Möglichkeit, sich mit Industrie und Mittelstand zu vernetzen. Erfolgreiche Unternehmer wie Carsten Maschmeyer waren Teil des hochkarätig besetzten Messeprogramms in der SCALE 11. Konzerne wie Volkwagen, RWE und ProSieben luden Startups zu eigenen Pitchveranstaltungen ein.

Mit dem „Mittelstand von morgen“ Family Day wird am ersten Juli-Wochenende eine brückenbauende Konferenz stattfinden. In einem völlig neuartigen Konferenzformat verbringen Startup-Unternehmer und mittelständische Unternehmer mit ihren Familien ein Wochenende im Europapark Rust in Baden-Württemberg.

All diese Initiativen zeigen: Vorurteile und Ressentiments sind die Ausnahme. Eigentlich sind beide Seiten neugierig aufeinander. Wir wissen: Findet eine Unternehmensübernahme statt, dann kannten sich Käufer und Verkäufer in 80% der Fälle schon vorher aus einer Geschäftsbeziehung. Deshalb ist es so wichtig, Startups, Mittelstand und Industrie frühzeitig zu vernetzen. Ich freue mich schon jetzt auf die vielen spannenden Kooperationen und Freundschaften, die sich aus den verschiedenen Initiativen ergeben werden. Denn ich bin überzeugt: hier kann jede Seite nur gewinnen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Rahmen meiner Kolumne in Berlin Valley News publiziert.