Deutschland braucht mehr Gründerinnen

Deutschland braucht mehr Gründerinnen

Im Oktober habe ich unter dem Titel „Deutschland braucht mehr Gründerinnen“ einen Meinungsartikel im Tagesspiegel veröffentlicht.  An dieser Stelle möchte ich nicht nur auf diesen Artikel verweisen, sondern auch einige weitere Aspekte ergänzen, auf die ich im Rahmen meiner Recherche gestoßen bin, die ich jedoch aus Platzgründen nicht in dem Artikel unterbringen konnte.

Zuerst der Meinungsbeitrag:

„Es war eine Unternehmerin, die Ende des 19. Jahrhunderts den Grundstein für mehr als 100 Jahre industriellen Wohlstand gelegt hat. Im Jahr 2014 jedoch wird nur eines von zehn Start-ups in Deutschland von einer Frau gegründet. Das zeigt der Deutsche Start-up-Monitor 2014.

Was die Gründe dafür sind, kann keiner mit Gewissheit sagen: Es mangelt an aussagekräftigen Untersuchungen. Wer sich dem Problem nähert, findet sich schnell in einem Glaubenskrieg wieder.“

Weiterlesen beim Tagesspiegel…


Das will ich noch ergänzen:

  • Meine Quelle ist der Deutsche Startup Monitor 2014. der auf der Befragung von fast 2000 Gründerinnen und Gründern basiert. Der geringe Gründerinnenanteil ist dramatisch, nicht nur im Vergleich zu allen Gründungen in Deutschland, wo der Anteil der Vollzeit-Gründerinnen laut KfW Gründungsmonitor im Jahr 2013 zuletzt sogar wieder leicht auf 33% gestiegen ist.
  • Ein Blick in die Welt zeigt, dass wir es hier nicht mit einem deutschen Problem zu tun haben. Ob Silicon Valley oder Tel Aviv, beide als sogenannte Startup-Hotspots bekannt, nirgendwo sind es mehr als 10% Startup-Gründerinnen.
  • Tatsächlich gibt es in Deutschlands Gründerszene kleine aber feine Unterschiede. So liegt die Gründerinnenquote in Hamburg über dem Bundesdurchschnitt, in München und der Rhein-Ruhr Region darunter. Vielleicht ein Indikator: Kinderlosigkeit in den Stadtstaaten besonders ausgeprägt sagt die Statistik. Am auffälligsten ist dies in Hamburg, wo 2012 fast jede dritte Frau keinen Nachwuchs hat.
  • Technologiefirmen in den USA die von einer Frau geführt werden, sagt eine Studie, erreichen einen 35% höheren Return on Investment und erzielen 12% höhere Umsätze als ihre männlichen Kollegen.
  • Knapp 50 Prozent der Deutschen nennen die Angst vor dem Scheitern als Hinderungsgrund für eine Gründung. Dabei zeigt der Global Entrepreneurship Monitor, dass die Angst vor dem Scheitern bei Frauen noch einmal deutlich stärker ausgeprägt ist. Ob dies wirklich so ist, oder ob die größere Angst nicht gleichzeitig mit größerer Verantwortung einhergeht, kann man sicher kontrovers diskutieren.